Bericht: Zanderfischen in der Schweiz

Der Zander gilt als der schwierigste Räuber in unseren Gewässern. Viele Würfe und lange Tage ohne Fangerfolg sind Programm. Der Zander mag weder helles Sonnenlicht noch klares Wasser. Demnach sind unsere Voralpenseen eher mässig geeignet, um einen der begehrten Stachelritter zu überlisten. Im Lungerersee hat es im Gegensatz zum Sarner- und Alpnachersee keine Zander. Beim Besatz in den 80er Jahren in allen drei Gewässern konnte sich der nicht einheimische Zander im Lungerersee nicht durchsetzen. Grund dafür sind die fehlenden Strukturen und das sehr klare Wasser.

Zander benötigen im Frühling zum Laichen Flachwasserzonen um ihre Nester anzulegen. Das Nest wird vom Männchen etwa zwei Wochen bewacht. Sobald die kleinen Zander den Dottersack verlieren und sich selber vor Fressfeinden wie Vögel oder anderen Fischen verstecken können, verlässt das schwarz gefärbte Männchen das Nest. Aus diesem Grund sollte man die Flachwasserzonen in dieses Zeit meiden. Wird das  Nest bewachende Männchen gefangen, kann das schon zum Totalausfall durch Frass anderer Fische führen.

Zandernest

Wenn die kleinen Zander den Dottersack aufgebraucht haben, kommt eine sehr heikle Phase. Die Zander beginnen ihre Augen zu entwickeln. In dieser Phase bedeutet zu starkes Licht den Tod. Das erklärt auch, warum in den klaren Schweizer Seen der Zander keine so starken Bestände bilden kann wie in trüberen Gewässern. Zudem sind bessere und schlechtere Jahrgänge deutlich spürbar, was mit der Wassertrübung in dieser Phase zu tun hat.

Ausgewachsene Zander mögen zu helles Licht nicht. In klaren Gewässern sollte daher vor allem morgens oder abends in der Dämmerung auf den Stachelritter gefischt werden. Wie die meisten Raubfische hält sich der Zander gerne an Kanten zu tieferem  Wasser auf. Er liebt harten Untergrund mit Muschelbänken und Futterfischschwärmen.

Rute und Rolle

Der Zander verfügt über einen sehr harten Schädel. Deshalb ist bei der Wahl der Rute auf ein ausreichendes Rückgrat (Härte) zu achten. Dies ermöglicht uns den Anschlag genug stark zum Fisch zu bringen, so dass der Haken auch sitzt. Trotzdem sollte die Spitze der Rute feinfühlig sein, um den Kontakt zum Köder zu erhalten und den Gewässergrund immer zu spüren. Beides vereint findet ihr in Form der Westin W6 Powerteez Rute. Mit 2.5 Metern Länge und einem Wurfgewicht von 14-49 Gramm ist sie perfekt für das Fischen vom Boot. Da für den Erfolg vom Ufer eher weite Würfe notwendig sind haben wir die Rute in 2.7 Meter und 21-70 Gramm für euch im Sortiment. Wer im Fliessgewässer fischt oder grössere Fische erwartet, sollte sich bei uns die Zanderwumme von Zeck genauer anschauen. Die Rute ist 2.65 Meter lang und verfügt über ein Wurfgewicht bis 90 Gramm. Die Rute ist durchgehend steif und hat eine sensible Spitze. Das ermöglicht eine saubere Köderführung im fliessenden Gewässer. Speziell für das Zanderfischen mit dem Wobbler haben wir die Zeck Wobbelwumme im Sortiment. Beide Ruten wurden vom deutschen Zanderprofi Sebastian Hänel entwickelt. Die Rolle sollte mindestens Grösse 3000 oder mehr aufweisen. So ist ein schnelles Anheben bei der Faulenzmethode gewährleistet. Durch den grösseren Spulendurchmesser sind auch weitere Würfe möglich.

Schnur und Vorfach

Bei der aktiven Spinnfischerei auf Zander verwendet man eine geflochtene Schnur. Speziell für das Jiggen und Faulenzen hat Westin die W10 Cast`N`Jig Schnur auf den Markt gebracht. Diese Schnur hat einen Kern, der mit 12 Fäden umflochten ist. Das gibt der Schnur eine unvergleichbare Tragkraft und Abriebfestigkeit. Als Vorfach empfehlen wir Fluorocarbon-Vorfach. Da der Zander scharfe Zähne hat sollte dieses nicht zu dünn gewählt werden. Mit dem Westin W6 Fluorocarbon in einer Dicke von 0.35mm seid ihr gut unterwegs. Da es in den meisten Schweizer Gewässern mehr Hechte als gibt, kann das Vorfach mit einer kurzen Titanspitze ergänzt werden. Das Titanvorfach von Knot2Kinky ist sehr dünn, lässt sich knoten und erzeugt kaum Scheuwirkung.

Köder

Klassisch wird vor allem mit dem Gummifisch am Jigkopf auf Zander gefischt. Die Hakengrösse muss dem jeweiligen Köder angepasst werden. Der Haken sollte ca. 1/3 des Köders abdecken. Es kann ein Stinger (Angstdrilling) montiert werden. Allerdings ist der Zander dafür bekannt fast immer den Kopf seiner Beute zu attackieren. Deshalb ist darauf besser zu verzichten, da ein solcher zusätzlicher Drilling sehr viel Schaden bei untermassigen Fischen anrichten kann. In der Regel bevorzugt der Zander eher schlankere Köder zwischen 9 und 16 cm. Den Westin Shadteez kennen die meisten bereits vom Hechtfischen. Für den Zander funktioniert dieser Köder ebenfalls sehr gut. Wer etwas schlankere Köder anbieten möchte, ist mit dem Shadteez Slim gut bedient

Zeck Quappie

Der von Sebastian Hänel endwickelte Zandergummi von Zeck findet ihr seit Längerem in unseren Regalen. Mit verschiedenen Farben und den Grössen 9/16/19cm werden sicher alle fündig. Beim Verfassen dieses Berichts noch nicht auf dem Markt, doch mit Spannung erwartet: Der neue Quappi von Zeck. Der Köder imitiert eine Grundel und ist vor allem in Gewässern mit Grundelvorkommen sicherlich äusserst interessant. Wir freuen uns bereits darauf diesen Köder auf Herz und Niere zu prüfen.

Seit ein paar Wochen haben wir die Marke Keitech wieder im Sortiment. Der Keitech Easy Shiner ist einer der bekanntesten Köder. In der Grösse 3 Inch und 5 Inch eignet er sich wunderbar für die Zanderfischerei.

Doch nicht nur auf Gummi lassen sich Zander fangen. Seit einigen Jahren wird erfolgreich mit dem Wobbler gefischt. Dies funktioniert vorwiegend in der Nacht in flachen Zonen oder direkt am Ufer. Wichtig dabei ist es flach laufende Köder zu verwenden. Ebenso sollen es „langweilige“ Köder sein, die nicht zu viel Aktion haben Eine kleine Tauchschaufel ist daher die Grundvoraussetzungen für einen passenden Wobbler. Es dürfen ruhig grössere Exemplare sein. Der Zeck Zanderläufer und der Rapala Mavrick erfüllen diese beiden Kriterien perfekt.

Köderführung

Die Faulenzermethode ist die beliebteste Art der Köderführung mit Gummifisch auf Zander. Nach dem Auswerfen wird der Gummiköder an gestraffter Schnur zum Gewässerboden abgelassen. Sobald der Köder am Boden ankommt, federt die Rutenspitze leicht zurück und die Schnur verliert an Spannung. Hat der Gummifisch den Gewässerboden erreicht, wird er sofort durch schnelles Einkurbeln nach oben bewegt. Diese Bewegung imitiert einen flüchtenden Köderfisch, der vom Grund hoch schwimmt. Um den Köder zu bewegen, sind je nach Grösse der Rolle 2 – 3 Kurbelumdrehungen erforderlich. Nach diesen Kurbelumdrehungen wird gestoppt und der Köder geht an der gestrafften Schnur wieder zum Boden. In dieser Phase erfolgen die meisten Bisse. Die Rute wird bei dieser Technik nicht bewegt.

In der wärmeren Zeit darf es auch etwas schneller und aggressiver sein. Dann kommt das klassische Jiggen zum Einsatz. Anders als bei der Faulenzermethode wird dabei der Köder durch schnelles Anheben der Rute in Aktion versetzt. Der Vorteil dabei ist, dass der Köder so steiler und schneller angehoben wird.

Das Fischen am und auf dem Lungerersee ist nur mit einem gültigen Sachkunde-Nachweis (SaNa) oder in Begleitung einer Person mit dem SaNa gestattet.