Bericht: Spinnfischen auf Forellen

In den letzten Jahren hat die aktive Fischerei mit Kunstködern stetig an Beliebtheit gewonnen. Am Lungerersee werden vor allem in den kalten Monaten viele Forellen mit der Spinnrute überlistet. Das hat einen einfachen Grund. Die Forelle ist als Salmonid ein im Kaltwasser lebender Fisch. Sie fühlt sich bei Wassertemperaturen bis ca. 15°C wohl. Übersteigt die Wassertemperatur diese Marke, verschwinden die Forellen in den Tiefen des Lungerersees. Mit Ausnahme der Schlepp-Fischerei können sie dann mit dem Kunstköder kaum mehr erreicht werden. Wie bei jeder Methode, sollte man auch bei dieser Form der Fischerei einiges beachten. Eine kurze Zusammenfassung folgt auf den
nächsten Zeilen.

Zu welcher Zeit?

Da die Wassertemperatur stark von der Witterung abhängig ist, kann der Zeitpunkt nicht prognostiziert werden, an dem die Forellen wieder in die oberen Wasserschichten ziehen. Das Gewässer genau beobachten heisst es dann. Gibt es Forellen welche zur Nahrungsaufnahme an die Oberfläche steigen? Oder können wir bereits Forellen herumschwimmen sehen? Dann sollte dem Spinnfischerglück nichts mehr im Weg stehen. Grundsätzlich kann man sein Glück ab Oktober bis in den Spätfrühling im Mai versuchen.

An welchem Ort?

Das ist wohl das Schönste am Spinnfischen. Anstatt sich an einem Platz einzurichten und zu hoffen, dass denn Forellen am Platz vorbeiziehen, können wir eine grosse Fläche effektiv abfischen. Ein leichtes Setup, bestehend aus Rute, Rolle, Feumer, Messer, Zange und Priest sowie einer kleinen Box Ködern und Kleinteilen wie Snaps und Vorfach genügen bereits. Damit macht man viel Strecke. An jeder Stelle werden fächerförmig bis zu zehn Würfe gemacht. Gibt es keinen Kontakt, kann man getrost zum nächsten Platz gehen. Gibt es einen Biss, oder besser noch einen Fisch, kann die Stelle länger befischt werden. Grundsätzlich bieten wir die Köder in den ersten Metern unter der Wasseroberfläche an. Es macht wenig Sinn den Köder längere Zeit absinken zu lassen. Dafür ist der Sbirolino besser geeignet. Die Forellen stehen in der kalten Jahreszeit oft sehr flach. Mit der richtigen polarisierten Brille können die Forellen gezielt gesucht und angeworfen werden.

Mit welcher Ausrüstung?

Da wir mit sehr leichten Ködern fischen, müssen wir unsere Ruten diesen Wurfgewichten anpassen. In der Regel werfen wir Köder zwischen zwei und zehn Gramm. Eine klassische Zapfenrute mit einem Wurfgewicht von 15-30 Gramm entwickelt zu wenig Energie, um solch leichte Köder auf Distanz zu bringen. Auch die Art der Köder sollten wir beachten. Als Schnur werden grösstenteils geflochtene Schnüre mit Durchmesser zwischen 0.06 mm und 0.10 mm gewählt. Es gilt der Grundsatz: je leichter der Köder, je dünner die Hauptschnur. Bei der geflochtenen Schnur muss am Ende ein Vorfach montiert werden, da bei den farbigen Schnüren die Scheuwirkung gross ist. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt empfehlen wir eine monofile Schnur mit Durchmesser bis 0.18 mm, um dem Vereisen der Rutenringe entgegenzuwirken. Da beim Spinnfischen in der Regel viel Strecke gemacht wird, möchten wir auf ein praktisches Gadget aufmerksam machen. Wir bieten Feumermagnete an. Damit wird der Feumer am Rucksack befestigt. Bei Bedarf ist er sofort einsatzbereit.

Der Ultra Light Spoon

Seit einigen Jahren hat sich der Ultra Light Spoon als Topköder für die Forellenfischerei herauskristallisiert. Die sehr leichten Löffel sind in den verschiedensten Formen und Farben erhältlich. Im Fischerparadies dürfen wir das wohl grösste Sortiment der Region anbieten. Im Laden sind Spoons von Stucki-Fishing, SV Lures, Berkley, Balzer, Suxxes und Perlmutt-Spangen.ch erhältlich. Je nach Form können unterschiedliche Führungsmethoden den Erfolg bringen. Am weitesten verbreitet ist das monotone Einziehen. Dabei können aber auch Spinnstopps eingebaut werden. Während dieser Phase taumelt der Spoon Richtung Grund und reflektiert Licht in alle Richtungen. Den UL-Spoon kann man auch twitchen. Kurze, harte Schläge lassen den Köder in alle Richtungen ausscheren und verleiten die Forellen zu aggressiven Bissen. Vollparabolische Ruten die sich bis zum Handteil biegen, sind für den UL Spoon am besten geeignet. Da der Spoon einigen Luftwiederstand erzeugt, ist eine starke Biegung der Rute beim Wurf entscheidend, um weite Würfe zu schaffen. Ein starkes Rückgrat ist nicht nötig, da sich die meisten Fische selber haken und kein, oder nur ein leichter Anschlag nötig ist. Mit der Balzer Rute IM 12 Spoon lassen sich Spoons optimal werfen.

Neu bieten wir den Balzer Shooter an. Die neuartige Form hat bereits die schöne
Lachsforelle im Bild überliste

Die Stucki Spoons sind in den Gewichten 3.5/4.5/5 Gramm erhältlich. Durch das grosse Gewicht sind extreme Wurfdistanzen möglich.
Von Suxxes gibt es einen Spoon welcher mit Perlmuttfolie
beschichtet ist. Er ist in den Farben Weiss, Grün und Lila erhältlich
Der SV Spoon Air kann auch in der Glow Version erworben werden. Diese Köder leuchten
verführerisch. Neu bieten wir den Balzer Shooter an. Die neuartige Form hat bereits die schöne
Lachsforelle im Bild überlistet.

Trout Worms

Der Troutcollector der Firma Balzer und der T-Worm Paddler vom Quantum sind sogenannte Troutworms. Die Rede ist dabei von sehr kleinen Gummifischen mit einer Länge bis zu 5.5 cm. Diese werden an sehr leichten Thungsten Jigs, einem Bladedjig oder dem Cheburashka-Rig montiert. Zieht der ULSpoon nicht mehr, kann der Troutworm Wunder bewirken. Durch die leichten Köpfe bis zu 1.5 Gramm sinken die Gummis äusserst langsam ab. Der Schwanz spielt dabei verführerisch und überlistet auch vorsichtige Forellen. In Kombination mit dem Bladedjig, auch als Chatterbait bekannt, können auch Fische aus grösserer Distanz mittels Seitenlinienorgan angelockt werden. Für den Troutworm können voll- oder teilparabolische Ruten verwendet werden. Bei Bissen in der
Absinkphase ist ein harter Anschlag von grosser Wichtigkeit. Dazu haben wir die IM12 Trout Collector Rute von Balzer im Sortiment.

Wobbler

Der Klassiker unter den Spinnködern überhaupt ist der Wobbler oder Hardbait. Gefertigt aus Balsaholz oder Kunststoff, imitieren diese Köder kleine Beutefische. Viele Wobbler haben eine Tauchschaufel mit welcher der Köder beim Einziehen in die Tiefe taucht. Je länger und steiler die Tauchschaufel, desto tiefer zieht der Wobbler nach unten. Wobbler werden durch ziehen, zupfen oder twitchen geführt. Speziell für die UL-Fischerei an Forellenseen hat Stucki fishing den Banana Trout Wobbler entworfen. Durch seine spezielle Form entwickelt dieser Hardbait ein hochfrequentes Spiel, welches so manche Forelle verführt. Für alle Formen von Wobblern sollte eine Rute mit starkem Rückgrat verwendet werden. Mit zu weichen Ruten kann der Köder kaum mehr kontrolliert geführt werden. Die Toppies Blue Suri oder der Westin Street Stick eignen sich perfekt für die Fischerei mit leichten Hardbaits.

Das Fischen am und auf dem Lungerersee ist nur mit einem gültigen Sachkunde-Nachweis (SaNa) oder in Begleitung einer Person mit dem SaNa gestattet.