Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entschloss sich die Bevölkerung, zur Landgewinnung, den See tiefer zu legen. Es war ein sehr schwieriges Unterfangen, welches die Bevölkerung in zwei Parteien spaltete. Die Gegner wurden „diä Nasse“ und die Befürworter „diä Trochene“ genannt und beide beharrten lange auf ihren Standpunkten. Was für die einen utopisch und undurchführbar, war für die anderen ein notwendiger Akt zur Verbesserung der Lebensbedingungen.
Nachdem Messungen ergeben hatten, dass durch die Absenkung des Sees um 35 m ungefähr 180 ha Weidland gewonnen werden könnten, liess man die für die Landesregierung erforderlichen Gutachten erstellen. Im Jahr 1790 konnte mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden. Politische Unruhen, Geldmangel und konfessionelle Spannungen verzögerten das ganze Vorhaben. Am 9. Januar 1836 erfolgte die letzte Sprengung am 410 m langen Kanal durch den Felsen, der das Seebecken an seinem Nordende bei Bürglen abschloss. Damit wurde der Seespiegel um 35 m gesenkt und neues Weidland gewonnen.
Fast ein Jahrhundert später kauften die Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW) in Luzern den ganzen See mit dem Boden und den damals bestehenden Häusern sowie einer kleinen Sägerei der Gemeinde ab. Zur damaligen Zeit standen etwa 12 Wohnhäuser im Seeboden. Verschiedene gut erhaltene Häuser wurden abgebrochen und später, an anderer Stelle, in der Gemeinde Lungern aufgebaut. Zum Betreiben des Kraftwerkes am Lungerersee fluteten die CKW den See im Jahre 1926 / 1927 wieder auf. In dieser Zeit spielt die, von der Lungerer Schriftstellerin Heidy Gasser verfasste Sage der Fee vom Lungerersee. Seit 1982 betreibt das Elektrizitätswerk Obwalden (EWO) das Kraftwerk Lungerersee.
Artikel im Lungern informiert vom Feb. 2011



